Zum Hauptinhalt springen

Wolfsburg ist doch (k)eine lebenswerte Stadt?!

Die Linke Wolfsburg

In Wolfsburg ist meine Arbeit, aber leben möchte ich lieber woanders.“ Diesen Satz hören viele Wolfsburgerinnen und Wolfsburger immer wieder von Menschen, die täglich aus Braunschweig, Helmstedt oder dem Umland zu ihrem Arbeitsplatz nach Wolfsburg pendeln. Warum ist das eigentlich so und wie können wir das ändern?

Mit der Fragestellung, wie Wolfsburg eine Stadt werden kann, in der Menschen gerne und gut leben – unabhängig von Einkommen und Herkunft – beschäftigen wir als die Linke in Wolfsburg uns aktuell stark. Dafür gehen wir ins Gespräch mit den Menschen. Wir fragen nach und hören zu. Dabei geht es uns nicht nur um die Probleme, sondern auch um Ideen: wie soll es denn sein?

Wenn wir Wolfsburgerinnen und Wolfsburger fragen, welche Orte sie in ihrer Stadt lieben, nennen sie den Stadtwald, den Mittellandkanal, die Innenstädte in Fallersleben und Vorsfelde und Spielplätze in den Stadtteilen. Diese Orte haben etwas gemeinsam: Hier können Menschen einfach sein. Sie müssen nichts kaufen, keine Eintrittskarte lösen und keinen Zweck erfüllen. Diese Orte sind für die Menschen da.

Genau das sollte für uns der Ausgangspunkt von Stadtentwicklung sein. Die Linke will bei politischen Entscheidungen häufiger mit einer einfachen Frage beginnen: Wie nutzt diese Entscheidung den Menschen in Wolfsburg?

Denn wirtschaftliche Interessen dürfen für uns nicht der Ausgangspunkt kommunaler Politik sein. Wir sind überzeugt: Der Profit folgt den Menschen. Der Konsum folgt der Lebensqualität.

Stellen wir uns eine Mutter mit Baby und Kleinkind vor: Sie erledigt in der Innenstadt ihre Einkäufe. Plötzlich tritt das Worst-Case-Szenario ein: „Mama, ich muss dringend auf Toilette.“ Wolfsburger Eltern werden genau wissen, wovon wir sprechen: Wo ist die nächste Toilette? Ist sie geöffnet? Ist sie sauber? Kommt die Mutter mit ihrem Kinderwagen hinein? Muss sie dafür etwas kaufen oder bezahlen?

Und jetzt stellen wir uns vor, die Antwort wäre einfach:

Es gibt natürlich saubere und gut erreichbare Toiletten in der Innenstadt. 
 Und es gibt auch einen Wickelraum. Es gibt auch ausreichend kostenloses Trinkwasser. Es gibt schöne Spielmöglichkeiten. Die Grünflächen dürfen betreten werden. Überall gibt es Obststräucher – Naschen erlaubt! Es gibt Schatten, überdachte Flächen und Sitzgelegenheiten. Die Parkbank hat ein Solarpanel und man kann dort sein Handy aufladen.

Dann kann diese Mutter mit ihren Kindern den ganzen Tag in der Innenstadt verbringen. Dann wird sie vielleicht auch beim Bäcker etwas kaufen. Sie wird durch weitere Geschäfte bummeln. Vielleicht entdecken die Kinder noch einen Laden, in den sie hineingehen möchten. Vielleicht treffen sie andere Menschen. Vielleicht bleiben sie länger als ursprünglich geplant.

So wird eine Innenstadt lebendig.

Oder stellen wir uns drei Kolleginnen vor, die nach der Arbeit noch etwas gemeinsam unternehmen möchten. Sie setzen sich nach Feierabend auf die Terrasse eines kleinen Bistros mit Blick ins Grüne, essen etwas und trinken ein Glas Wein. Später gehen sie noch in eine Bar ein paar Straßen weiter. Sie trinken einen Cocktail, machen einen Spaziergang durch den Park, bleiben bei Straßenmusikern stehen und werfen etwas Kleingeld in den geöffneten Instrumentenkoffer. Sie kommen gut und sicher mit dem Rad oder den Öffis nach Hause.

So wird aus einem Arbeitsort ein Ort zum Leben.

Nicht, weil das nächste schicke Einkaufszentrum entsteht, das dann mit Leerständen kämpft und massive Kosten verursacht. Nicht dadurch, dass man mit dem Auto bis vor den Laden vorfahren, parken und schnell wieder wegfahren kann. Nicht durch riesige Neubaugebiete, denen sowohl die Bewohner*innen als auch Infrastruktur wie Arztpraxen und Lebensmittelgeschäfte fehlen.

Wir wollen eine Stadt, die den Menschen das Leben leichter macht – manchmal durch große Veränderungen, aber oft auch durch scheinbare Kleinigkeiten wie kostenlose Menstruationsprodukte in öffentlichen Gebäuden und Schulen.

Diese Veränderungen sind möglich. Es ist keine Frage, ob Wolfsburg genug Geld hat, um das Leben der Menschen leichter zu machen. Es ist eine Frage der Prioritäten.

Und wir glauben: Wenn wir diese Prioritäten richtig setzen, profitieren am Ende alle davon.

Die Menschen, weil sie gerne in ihrer Stadt leben. Einzelhandel und Gastronomie, weil mehr Menschen gerne dort sind. Und die Wirtschaft, weil mehr Fachkräfte sich für Wolfsburg entscheiden und mehr Kunden sich hier niederlassen.

Die Stadt Wolfsburg wird dann ein Ort, zu dem Menschen nicht nur zur Arbeit pendeln, sondern an dem sie leben wollen. Und mit der Lebensqualität kommt der wirtschaftliche Erfolg. So wollen wir Wolfsburg denken und dafür werden wir uns im Stadtrat und den Ortsräten einsetzen.

Zurück zum Kopf der Seite